Was ist Retreat?

Meditation in Zurückgezogenheit
“Um aus der immer kostbarer werdenden Zeit den größtmöglichen Gewinn zu ziehen, ist der Aufenthalt in einem schon aufgebauten Erleuchtungsfeld sehr nützlich. Obwohl die Wahrheitsebene überall dieselbe ist, verdichten sich die Kraftkreise der Freudenebene am stärksten dort, wo der Segen dafür gezielt gelegt wurde. Der erwünschte Aufbau von geistigem Überschuss wird an solchen Stellen wirksamer sein. Voraussetzung für den vollständigen Vorteil einer solchen Zurückziehung ist der Schutz der buddhistischen Zuflucht und der Entschluss, den Diamantweg der Karma Kagyü Linie zu gehen.” Lama Ole Nydahl

Was ist der Unterschied zwischen Zurückziehung und täglichen Meditationen?
Durch Meditation lernt man den Geist kennen. Dabei versuchen wir, uns von festgefahrenen inneren Mustern und erwarteten äußeren Rollen zu lösen. Eine Zurückziehung von mehreren Tagen bis Wochen verstärkt diese Wirkung deutlich, indem sie mehr Abstand zum Alltag schafft. Nicht abgelenkt durch die Geschäftigkeit des Alltags, werden Geistesruhe und Einsicht fließender und tiefer erfahren. Durch die Sicht des Diamantweges kann man die Erfahrungen einer Zurückziehung und die des täglichen Lebens verbinden.

Hinweis: Voraussetzung für ein Retreat bei uns ist, dass man die buddhistische Zuflucht bei einem unserer Lehrer genommen hat und zumindest an einem Einführungskurs teilgenommen hat.

Welche Arten von Zurückziehungen gibt es?
Länge und Gestaltung eines Retreats bestimmt man selbst. Für Anfänger sind offene Zurückziehungen sinnvoll. Hier nimmt man sich vier Sitzungen am Tag vor, wobei die Länge der Meditation variabel ist. In der verbleibenden Zeit hilft man etwas im Zentrum und hat dadurch ganz natürlich Austausch mit der Sangha. Bei geschlossenen Zurückziehungen spricht man nicht mit Anderen und nimmt auch die Mahlzeiten alleine ein. Diese Form von Zurückziehung ist erst dann sinnvoll, wenn man bereits einige Jahre Erfahrung mit Diamantweg-Meditationen hat.

Retreat, im tibetischen “Tsam”, bedeutet “Abgrenzung”. Den Ort des Retreats für die Zeit der Zurückziehung nicht zu verlassen, ist ein Schutz für die Meditationspraxis. Da wir unser Zentrum hauptsächlich als ein Retreatzentrum verstehen, raten wir euch dazu. Wenn ihr Urlaub machen möchtet, könnt ihr gerne extern in einer Pension wohnen und dann an der abendlichen Meditation teilnehmen.